| Gesetze für die Lobbyisten |
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 Cds kann ich nicht mehr hören, aber als Tassenhalter eignet er sich noch.
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Seit Jahren hat die Medienwirtschaft die Zukunft verschlafen. In den letzten Jahren wird sie auch noch durch eine Wirtschaftskrise gebeutelt. Wer könnte da nicht die Manager verstehen, die gegenüber ihren Aktionären verzweifelt nach einem Schuldigen suchen um ihre gemütlichen, hochdotierten Sessel zu retten. Die Piraten des Internet sind schuld
Die besten Schuldigen sind anonym und ohne Lobby. Die perfekten Verursacher der Krise wurden mit dem Internet und seinen Tauschbörsen schnell gefunden. Die Bundesregierung inklusive der willfährigen Opposition ließ sich sofort vor den Karren spannen und schon haben wir eine Änderung des Urheberrechtsgesetzes. Die Urheber sollten sich jetzt eigentlich freuen. Dummerweise profitieren diese kaum von der Novelle, da sie an den Umsätzen nur minimal beteiligt sind. Es wäre auch sehr verwunderlich, falls die Parteien sich tatsächlich einmal für die schwachen Urheber eingesetzt hätten. Die Lobbyarbeit von Plattenfirmen und Filmbossen zeigt dagegen eindrucksvoll Wirkung. Wer profitiert wirklich?
Die Produktion einer CD kostet inklusive Band, Tondichter, Texter, Cover und Booklet keinen Euro. Nur wenige Topstars erhalten von einer CD etwas mehr. Die restlichen 15-17 Euro für eine CD werden für das teuere Marketing, den Großhandel und den Plattenladen benötigt. Da ist es einfach nicht möglich, dass man dem Urheber noch viel mehr als ein paar Cent für seine Arbeit zahlen kann. Traummargen
Das Verbot der Kopiertools dient nur der Industrie und dem Handel. Leider funktioniert das auch nur theoretisch. Der Großteil der Bundesbürger hat nur einen Betrag von weniger als 100 Euro im Monat zur freien Verfügung. Daraus werden Urlaub, Medien und anderer Luxus bezahlt. In Zeiten hoher Arbeitslosigkeit sinkt dieser Betrag durchschnittlich noch weiter. Es handelt sich also um einen reinen Verdrängungswettbewerb zwischen verschiedenen Medien. Hiervon wollen mittlerweile DVD, der Privatsender Premiere und verschiedene Internetdienste ihren Anteil. Ein Umsatzrückgang von 16% stellt also eine logische Entwicklung dar. Auch andere Branchen (Tourismus, Braune Ware, Computer, Autoindustrie) müssen mit diesem Phänomen leben. Zum Unglück für diese Branchen konnten diese der Regierung keinen bösen Schuldigen präsentieren. Eine Studie von Emnid im Auftrag von Aigner Media & Entertainment belegt, dass immerhin 80 % der Nutzer von Tauschbörsen die Ausgaben für CDs nicht reduziert haben und daher dort die Ursache für die schlechten Geschäft der Plattenbosse nicht liegen können. Ein Teil äßt sich durch das Internet sogar zu Mehrausgaben für Musik hinreißen. Kosten Raubkopien Umsatz?
Davon ist nicht auszugehen, da gerade die Stücke und auch Filme mit der größten Verbreitung im Internet die höchsten Umsätze erzielen. Es ist eher ein Vergleich mit den Achtzigern angebracht. Mit dem Kassettenrekorder wurden Musik aus dem Radio aufgenommen und von Platten kopiert. Das erhöhte den Bekanntheitsgrad der Bands und förderte den Umsatz. Für den Erfolg an der Theke muss man einfach für Bekanntheit und Verbreitung sorgen. Die Qualität der Kopien war auch damals nur unwesentlich schlechter, wie das Original. Was ist heute anders? Angeblich sorgt das Internet für eine schnellere Verbreitung ohne Qualitätsverluste. Merkwürdig ist nur, dass gerade diese Verbreitung immer das Ziel war. MP3-Dateien lassen sich zwar verlustfrei weiterkopieren, aber bereits die erste Kopie verliert den Dolby Surround Sound. Die Kopie ist also deutlich schlechter, wie die Original CD und das hatten wir doch auch schon bei der Kassette! Fehlende Topstars
Alle Verbreitungsmodelle von früher funktionieren nicht mehr mit den heutigen One-Week-Stars. Nur wer sofort erfolgreich ist, hat noch Erfolg. Nach einem Monat will niemand mehr die Sternschnuppe von gestern kaufen. Eine alte Stones LP geht auch heute noch gut weg. Da konnte man noch einen Markt entwickeln. Das ist aber die Schuld der Musikindustrie. Deren Manager gestehen unter vier Augen immer wieder ein,, dass man dem Irrglauben verfallen sei, mit ausbeuterischen Knebelverträgen neue Stars produzieren und auf die unbezahlbaren Superstars verzichten zu können. Diese falsche Entscheidung gesteht man aber nicht offen ein, sondern schützt seinen Sessel mit Ausreden. Miserables Marketing
Wer nicht nur CDs produziert, sondern die Technik nutzt, schützt sich vor übermäßigem Kopieren. So produzierte eine Münchner Firma für Joe Cocker eine CD Extra, die neben der neuen Titel auch 52 Titel in Shockwave Format mit vielen Bildern, Songtexten, Videos und Animationen beinhaltet. Eine MP3 Kopie der CD verliert alle diese Features. Andere Gruppen packen Spiele auf die CD oder beeindrucken wieder mit tollen Effekten im Design. Auch die Kopplung mit der Website und Rabatte auf Konzertkarten könnten dem Abverkauf helfen. Die Qualität der Audio-DVD ist ein weiteres Argument für den Kauf eines Originals. Vertragswidriger Kopierschutz
Eine Compact Disk hat bestimmte Standards zu erfüllen. Das fordert der Lizenzgeber Philips und ist nicht gut auf auf die Kopierschutzsysteme zu sprechen. „Diese Scheiben sind keine CDs mehr und dürfen das Compact Disk Logo nicht mehr verwenden“ meint Philips. Scharenweise wenden sich nun die Kunden von den kopiergeschützten CDs ab und besorgen sich lieber Raubkopien, da diese auch auf dem Computer, auf alten CD-Playern und sogar im neuen Autoradio mit MP3-Player funktionieren. Es ist der Hohn, wenn gerade die bezahlenden Kunden die Original-CD nur sehr eingeschränkt nutzen können und verursacht weitere Umsatzeinbussen. Legaler Bezug von Musik
Die Zukunft der Musikdistribution liegt im Internet. Daher versuchen die Musikfirmen die Kunden zum kostenpflichtigen Download aus dem Web zu animieren. Verschiedene Dienste bieten mittlerweile völlig legal Musik für Preise von rund 2 Euro pro Titel zum Download an. Eine selbst gesaugte CD kostet inklusive Internetverbindung und Brennen wesentlich mehr, wie eine CD aus dem Laden. Der Kunde hat eine schlechtere Qualität und selbstbeschriftete Hüllen und Rohlinge. Ein Erfolg kann sich so niemals einstellen.
Es bleibt die Frage, warum Künstler die Sache nicht selbst in die Hand nehmen und die Stücke für ein paar Cent im Internet anbieten. Für einen Euro pro CD gäbe es sicherlich viele Kunden, die den legalen Download wählen würden und dem Künstler bliebe mehr in der Kasse, wie beim Vertrieb einer CD. Diese Entwicklung ahnen die Plattenfirmen und versuchen sich vor ihrer eigenen Überflüssigkeit zu schützen.
Das Ahauser Unternehmen Tobit ermöglicht seit kurzem die Aufnahme von Musik in Dolby 5.1 Sound direkt vom Satelliten. Viele Radio- und Fernsehsender strahlen Musik in bester Qualität über Satellit aus. Die Aufnahme der Stücke und das Brennen auf CD sind absolut legal und die Qualität ist kaum zu überbieten. Niemand ist auf die kostenpflichtigen Dienste oder illegale Quellen angewiesen. Dipl.-Ing. Klaus D. Minhardt 
Letzte Änderung: 10:55 11/08 2005
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