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Ein Königreich für die Fussball-WM 2010

Ganz Marokko steht voll im Fussball-Rausch, denn am 15.Mai entscheiden die   Fussballgewaltigen der FIFA über die Vergabe der Weltmeisterschaft 2010. Das nordafrikanische Königreich bietet brandneue Stadien wie auch  eine moderne Infrastruktur. Und seit langer Zeit gilt Marokko auch nicht mehr als krasser Aussenseiter unter den Bewerbern. Drei Mal wurden Marokkos Hoffungen auf die Ausrichtung einer WM enttäuscht, und das lag nicht nur an der übermächtigen Konkurrenz sondern auch an den recht altbackenen Bewerbungen.  Doch dieses Mal ist alles anders !  Marokko stellt sich perfekt der neuen Herausforderung. 

 

Just Fontaine und Michel Platini rühren die Werbetrommel
Was sagt eigentlich die Fussballer-Prominenz zum Bewerber Marokko ?  Altprofi Just Fontaine, der legendäre Stürmer  aus Marrakesch mit französischem Pass, der bei der WM 1958 in Schweden mit 13 Treffern  Torschützenkönig wurde. Ein bis heute noch unübertroffener Rekord !  Für Just Fontaine ist Marokko ein geradezu idealer Partner für die FIFA. „Ich habe immer gesagt,“ so Just Fontaine “dass hier alle Voraussetzungen gegeben sind, um einer Fussball-Weltmeisterschaft zu vollem Erfolg zu verhelfen. Neue Stadien werden zur Zeit in verschiedenen marokkanischen Städten gebaut, die entsprechende Infrastruktur und Hotellerie ist bereits vorhanden.“  Just Fontaine wird von seinem Fussball-Kollegen und FIFA-Exekutivmitglied Michel Platini lebhaft unterstützt, und auch die französische Regierung tritt ungeniert für das Königreich Marokko ein. Ein Verhalten, das von den Konkurrenten freilich nicht  gerne gesehen wird.

 

Marokkos OK-Präsident Saad Kettani ging vor Jahren schon ganz bewusst und gekonnt die WM-Bewerbung an: Er engagierte für sein Experten-Team u.a. den Amerikaner Alan Rothenberg, der bei der Ausrichtung der WM 1994 in den  USA eine bedeutende Rolle gespielt hatte. Und Kettani verschweisste die Bezie- hungen zu den Franzosen zu dieser heute so unzerbrechlichen  Einheit. Wichtig, denn der schärfste Rivale des nordafrikanischen Königreichs in diesem Berwer-bungsgerangel ist die Republik Südafrika. Der Staat, der nur knapp bei der Ver- gabe der WM 2006 gegen Deutschland verloren hatte.    

Beeindruckende Infrastruktur und moderne Stadien

Mit der Hoffnung auf eine promarokkanische FIFA-Entscheidung erwachte auch der Traum von einer superschnellen TRANSRAPID-Verbindung zwischen der Millionen-Metropole Casablanca und der Märchenstadt Marrakesch wieder zu neuem Leben. Diese 240 Kilometer (mit Stopp am Flughafen) in kaum einer Stunde zu durchfahren. Das Königreich Marokko verspricht ausserdem eine Infrastruktur bester Qualität mit gesicherter Finanzierung  und voller Rücken-deckung durch die Regierung. Eine Forderung, auf die Südafrika bislang nicht eingehen will.

 

Aktueller Stand ist, dass die wichtigsten Städte des Königreichs und vorgese-henen  Austragungsorte der Spiele, Casablanca, Rabat, Tanger, Marrakesch und Fes schon heute durch Autobahnen verbunden sind oder es in Kürze sein werden. Alle diese Orte sind schon heute auf dem Luftweg vernetzt.

 

Unabhängig von der FIFA-Entscheidung für die Weltmeisterschaft 2010 entstehen überall in Marokko neue Sportarenen geplant. Das ungewöhnlichste und auch wohl schönste Stadion wird in Marrakesch gebaut. 70.000 Zuschauer sollen hier  Platz finden, vom Zuschnitt her sich an englischen Vorbildern orientiert, jedoch an den Aussenfassaden auf marokkanische Stilelemente eingeht und vor allem der ockerfarbenen marrakescher Ambiente angepasst ist. Casablanca renoviert das Stadion Mohamed V (50.000 Zuschauer),  und gleichzeitig entsteht am Stadtrand der Millionen-Metropole das neue „Nationalstadion“ mit einer Kapazität von 95.000 Besuchern. Gebaut wird gleichzeitig auch in Tanger ein Stadion für 69.000 Zuschauer und  in Agadir eine Arena für 45.000 Sportfans.

 

Die Hotelkapazitäten können auch zu jeder Zeit und praktisch über Nacht durch eine unorthodoxe Idee aufgestockt werden !  Fünf der acht vorgesehenen Aus-tragungsorte sind Küstenstädte, und so können auch Kreuzfahrtschiffe leicht als zusätzliche Übernachtungsmöglichkeit genutzt werden.

Sicherheit - höchste Bedeutung

Die Bombenanschläge im vergangenen Jahr haben die marokkanischen Behörden aufgeschreckt und dazu gebracht, massiv für die Sicherheit Ihrer Bürger und Besucher Sorge zu tragen. Mit der bislang üblichen Politik der „Toleranz“ ist es vorbei.  Und westliche Behörden bescheinigen den Marokka- nern äusserste Professionalität. Mit der Ausrichtung der WM 2010 wird das nordafrikanische Königreich dann endgültig den Schritt aus der Verträumtheit von 1001 Nacht in die moderne Welt von heute gewagt haben.

                      

Hans-Joachim Weber

 

Nachtrag: Leider hat Südafrika die WM zugesprochen bekommen. Marokko wird sich mit dem Konzept wieder für die nächste WM bewerben. Viel Glück


Grand Stade de Casa




Letzte Änderung:  09:04 17/08 2005

Marokkos Bewerbung gescheitert
Gleitschirm- und Drachenfliegen
Rundfahrt durch Belgien, Deutschland und Luxemburg
Gut eingelocht mit der Golf-Zeitung
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