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Das Internetprotokoll IP erlaubt die Übertragung von Daten. Wird Sprache in ein Datenformat übertragen, so kann sie über das Internet gesendet werden. Als unidirektionale Version kennt man das vom Internetradio. Wird auch ein Rückkanal verwendet, so sind die Grundbedingungen für Telefonie vorhanden. Ein zusätzliches Protokoll übernimmt jetzt noch die Anwahl und das anschließende Routing durch das Netz.
Verfügt man über eine Flatrate, so sind via Internettelefonie geführte Gespräche kostenlos. Eine DSL-Flatrate kostet zwischen 0 und 50 €. Dies ist abhängig von der Geschwindigkeit und eventuellen Mengenbegrenzungen. Neben einem geeigneten Programm benötigt man nur noch ein Sprechset. Dieses kann aus Mikrofon und Lautsprecher oder einem Headset bestehen. In den Test erwies sich das USB-Headset von Logitech als besonders gut und kann – da Stereo – auch als guter Kopfhörer verwendet werden. Wer IP-Telefonie häufiger verwendet, sollte sich die Anschaffung eines USB-Telefons überlegen. Diese gibt es bereits ab 49 €. Da IP-Telefonie sehr preisgünstig und netzintern sogar kostenlos ist, sind die minimalen Investitionen schnell amortisiert. 
Der einfachste Weg zur IP-Telefonie ist der Messenger von Microsoft. Die in Windows integrierte Variante eignet sich allerdings nicht. Es ist ein Update auf die Version 6.2 über messenger.msn.de notwendig. Die Installation ist denkbar einfach. Ein Username, ein Passwort und die E-Mail-Adresse müssen eingegeben werden. Über die E-Mail-Adresse oder den Usernamen kann man andere Teilnehmer anrufen. Bei Bedarf kann man sogar eine Webcam zuschalten oder sich in einem Chatfenster schriftlich austauschen.
Ein besonderer Vorteil des MSN Messenger ist die Remotedesktopverbindung. Sie erlaubt die Freigabe des eigenen Bildschirms an den anderen Gesprächsteilnehmer. Dieser kann dann zusehen, was auf dem Rechner gerade abläuft. Die Funktion wird gerne für eine Webtour oder eine Präsentation genutzt, da dem Gesprächspartner nicht nur eine Webseite oder ein Programm gezeigt werden kann, sondern man dies auch noch mit Sprache erklären kann. Eine weitere Anwendung ist der Bereich Service und Hotline, da man bei Bedarf auch die komplette Steuerung übergeben kann. Der erfahrene Spezialist beseitigt Fehler wesentlich schneller und einfacher, wenn er den Rechner selbst bedienen kann.
Bei vielen Programmen zur Kommunikation scheitern die Benutzer an Firewalls und Routern. MSN Messenger nutzt zur Lösung dieser Problematik UPnP (universelles Plug-and-Play). Ab Windows XP Service Pack 1 findet man diese Funktion unter Software/Windows Komponenten/Netzwerk. Leider ist sie standardmäßig nicht eingeschaltet. Ein Klick vor „universelles Plug and Play“ genügt für die Aktivierung. Die zweite Vorraussetzung ist ein Router mit uPnP-Unterstützung. Sollte es sich nicht um ein sehr altes Gerät handeln, so ist uPnP normalerweise vorhanden.
Gerade der MSN Messenger kann ohne uPnP meist nur Chat-Verbindungen aufbauen. Der Vorteil liegt in der Funktionsvielfalt und guter Sprachqualität. 
Ein mächtiger Mitbewerber mit bereits über 11 Millionen Downloads ist Skype. Ebenfalls kostenlos beschränkt sich das Programm auf Telefonie und Chat. Video und Remoteverbindungen sind derzeit nicht geplant. Die Installation ist ebenfalls sehr einfach. Im Gegensatz zum MSN Messenger umgeht Skype das Problem bei Verbindungen über Router durch eine spezielle Servertechnik. Auf die Installation von uPnP kann verzichtet werden.
Im Gegensatz zum Messenger werden die Daten bei Skype verschlüsselt und sollen abhörsicher sein. Ein weiterer Vorteil ist die Nutzung von Skype mit einem PocketPC. Ist dieser via WLAN oder Bluetooth mit dem Netz verbunden, so können drahtlos Gespräche geführt werden. Das funktioniert natürlich nicht nur im eigenen Netz, sondern mit jeder WLAN-Verbindung. Der Anruf von einem kostenlosen Hotspot bei Familie und Firma ist somit auch kostenlos möglich. Skype arbeitet nach einem proprietären Standard und kann daher Verbindungen zu SIP-Telefonen oder zu klassischen Telefonanschlüssen nur über eine normale Leitung aufbauen. Das ist kostenpflichtig und funktioniert bislang nur von Skype zu Telefon und nicht umgekehrt. Gespräche in das europäische Festnetz kosten unter 2 cent/Minute bei minutengenauer Abrechnung.
Ein weiteres Plus von Skype ist die Plattformunabhängigkeit. Windows, Linux, Macintosh und Pocket PC werden unterstützt. 
Mittlerweile hat man sich weltweit auf den SIP-Standard für IP-Telefonie geeinigt. Damit kann jeder Teilnehmer jeden weltweit erreichen. Die Nummern werden über ENUM vergeben. Alle Gespräche laufen über das Internet. Die einmalig erworbene ENUM-Nummer wird in das SIP-Telefon eingegeben und das Telefon mit dem Internet verbunden. Ab diesem Punkt läuft es wie bei jedem normalen Telefongespräch. Vom Freizeichen bis zur Anzeige der Anrufernummer sind alle Funktionen vorhanden. So wie es bisher Analoganschlüsse und ISDN-Anschlüsse gibt, so wird es in Zukunft zusätzlich SIP-Anschlüsse geben. Diese sind letztendlich normale Netzwerkdosen für Computer. Steckt man das SIP-Telefon irgendwo in der Welt in eine Netzwerkdose, so ist man immer unter der gleichen Nummer zu erreichen. Als Telefon können natürlich auch PocketPCs, Computer oder Handies verwendet werden.
Der Vorteil der SIP-Technik liegt in der universellen Einsetzbarkeit. Ein Anruf zu einen anderen SIP-Telefon weltweit ist kostenlos, da hierfür lediglich das Internet verwendet wird. Sol das Gespräch ein klassisches Telefon erreichen, so verlässt der Anruf das Internet möglichst nahe beim Angerufenen. Es entstehen also nur die Kosten für die letzten Kilometer. Gerade bei Auslandsgesprächen reduziert das die Kosten dramatisch. Umgekehrt geht ein Gespräch zu einem SIP-Telefon ebenfalls über den nächstgelegenen Knoten in das Internet. Ab diesem entstehen keine weiteren Kosten.
Verwendet zum Beispiel eine Firma mit Außenstellen und Homeoffices eine SIP-Telefonanlage, so sind alle diese internen Gespräche kostenfrei und alle Mitarbeiter können den Firmentelefonanschluß von Zuhause aus nutzen. Eine Abrechnung der Telefongespräche entfällt. 
Derartige SIP-Telefonanlagen gibt es schon für 599 € inklusive 10 Teilnehmern und einem Systemapparat von innovaphone. Der Systemapparat hat einen ISDN-Anschluss und einen Netzwerkanschluss. Je nach Zielrufnummer wird das Gespräch über Internet oder ISDN abgewickelt. Die gesamte Telefonanlagentechnik wird vom Prozessor des Systemapparates realisiert. Mitarbeiter im gleichen Gebäude werden über das lokale Netzwerk an Internet und Telefonnetz angebunden. Externe Mitarbeiter benötigen einen Internetanschluss und ein SIP-Telefon. Selbst in Minifirmen lohnt sich diese Technik, da man so auch kostenlose Gespräche zwischen Wohnung und Büro führen kann. Mit richtigen SIP-Telefonanschlüssen kann man in den meisten Ländern bereits innerhalb der nächsten zwei Jahren rechnen. Bis dahin kann man durch den Einsatz mehrerer SIP-Telefonanlagen auch ein eigenes Netz aufbauen. Will man beispielsweise für Kunden aus Österreich oder der Schweiz mit einer nationalen Nummer erreichbar sein, so genügt die Installation eines Systemapparates im jeweiligen Land. Die Gespräche werden dann wieder netzintern zum jeweiligen Mitarbeiter geleitet. 
Letzte Änderung: 00:08 07/02 2005
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