| Für ein paar Euro zum Presseausweis |
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Mittlerweile gibt es zahlreiche Institutionen, die einen Presseausweis ausstellen. Für ein paar Euro oder eine Mitgliedschaft in deren Verein flattern die unterschiedlichsten Ausweise in den Briefkasten des prestigesüchtigen Möchtegernjournalisten. Hier ein kurzer Auszug der ausstellenden Organisationen (ohne Wertung der sonstigen Arbeit dieser Vereine - Es geht hier nur um die Qualität der Presseausweise):
Confidenz=Depesche
Cross Media Deutschland e.V.
Deutscher Fachjournalisten-Verband e.V.
Europass Press (U.K.) Ltd.
Globalnomads
International Academic Society
Jugendpresse Deutschland e.V.
Junge Medien Deutschland e.V.
Interregionale Presse
United Nations Correspondents Association Vienna
Also Finger weg von Spielausweisen, die sich nur für das Prahlen am Stammtisch eignen. Bei der echten journalistischen Arbeit macht man sich damit nur lächerlich. Natürlich ist es völlig legal, dass diese Organisationen einen "Presseausweis" ausstellen. Da die Bezeichnung Presseausweis nicht durch Gesetz geschützt ist und jeder sich seinen Presseausweis auch selbst herstellen darf. Der Wert des Ausweises für die journalistische Arbeit ensteht durch die Akzeptanz bei Behörden, Firmen oder Organisationen.
Der bundeseinheitliche anerkannte Presseausweis (Bild unten) wird nur an hauptberuflich tätige Journalisten und nur von genau vier Verbänden ausgegeben: ver.di (dju/IG Medien/DAG), DJV, BDZV und VDZ nebst ihren Landesverbänden. Eine Vereinbarung dieser Verbände mit den Innenministern von Bund und Ländern bildet die Grundlage für den Ausweis. Die hauptberuflich journalistisch tätigen Mitglieder dieser Verbände erhalten ihn kostenlos.
Mit 7000 Mitgliedern ist der DPV Deutscher Presse Verband e.V. in einer besonderen Rolle. Er gehört nicht zu den Ausstellern des bundeseinheitlichen Ausweises, sondern gibt einen eigenen heraus. Berichte von Kollegen stellen dem DPV allerdings kein gutes Zeugnis aus, da er mir seinen Leistungen nicht überzeugt. Allerdings akzeptieren sehr viele Veranstalter und Firmen nur den bundeseinheitlichen Ausweis von DJU/DJV/BDZV/VDZ.
Die DFJV Dt. Fachjournalisten-Verband AG gilt als größte nicht gewerkschaftlich organisierte Vereinigung von Journalisten in Deutschland. Ihr Presseausweis wird von vielen Messegesellschaften und Veranstaltern akzeptiert. Hier handelt es sich nicht um einen reinen Verein zum Verkauf von Presseausweisen. Wie DJV und DJU gibt es hier auch Rechtsschutz und Beratung.
Ebenfalls eine Sonderrolle haben die Jugendpresseorganisationen. Sie stellen spezielle Jugendpresseausweise aus und fördern damit den Nachwuchs. Natürlich eignet sich deren Ausweis nur eingeschränkt als vollwertiger Presseausweis. Den Jungjournalisten leistet er allerdings wertvolle Dienste. Wer kann einen erhalten?
Jeder hauptberuflich tätige Journalist, der mindestens 50% seiner Einnahmen durch journalistische Arbeit erzielt kann den bundeseinheitlichen Presseausweis erhalten. Auch Randberufe sind geeignet, so lange die Arbeit einen journalistischen Charakter hat. Kameraleute im Nachrichtenbereich sind genauso berechtigt wie Moderatoren. Es sollte nachweisbar sein, dass man vom Journalismus leben kann. Die genauen Bedingungen erfährt man auf den Webseiten der ausstellenden Verbände. Geht es auch ohne?
Normalerweise wird der Presseausweis nur sehr selten benötigt. Firmen, Behörden und viele andere Einrichtungen gewähren auch ohne Vorlage des Presseausweises Zutritt, falls entsprechende Nachweise der journalistischen Tätigkeit vorgelegt werden. Ein Hausausweis einer Zeitung oder eines Senders, das Impressum der Zeitschrift, eine Bestätigung der Redaktion oder die Vorlage von Veröffentlichungen öffnen die Türen oft sogar besser. Schließlich weiß der Gegenüber dann auch für wen man arbeitet und nicht nur, dass man Journalist ist. Presseausweis und Presserabatt
Allerdings wird der Presseausweis beim Kauf eines Autos mit Presserabatt häufig benötigt. Die Rabatte liegen in Bereichen, die man ohne Presseausweis nur mit viel Verhandlungsgeschick erreicht.
Besonders in den Bereichen Tourismus, Mobilfunk und Computer wirkt sich der Presseausweis besonders preissenkend aus.
Die hier verwendete Bezeichnung "bundeseinheitlich" bezieht sich auf den üblichen Sprachgebrauch der Verbände und Journalisten. Früher beruhte der Presseausweis von DJV/DJU/BDZV/VDZ auf einer Vereinbarung mit den Innenministern der Länder. Das führte zur Bezeichnung "bundeseinheitlich". Mittlerweile ist damit der gemeinsame Ausweis von DJV/DJU/BDZV/VDZ/Freelens/VDS gemeint. Eine Sonderrolle hat der Ausweis also nicht mehr. Allerdings erfreut sich dieser Ausweis der höchsten Akzeptanz. 
Letzte Änderung: 15:50 10/07 2010
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