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Das leidige Dosenpfand
Umweltsünder Mehrweg-Flasche

Dosen sind sehr kompakt und haben kaum Eigengewicht. Mit drei LKWs Mehrwegflaschen erreicht etwa die gleiche Menge Flüssigkeit den Verbraucher, wie mit einem LKW Dosen. Während die Dosen dann lokal entsorgt und wiederaufbereitet werden, müssen die Mehrwegflaschen zur Brauerei zurück. Gerade bei einer grossen Distanz zwischen Abfüller und Verbraucher sorgen Mehrwegflaschen für unglaublich viele Abgase und natürlich auch einen entsprechend hohen Verbrauch an fossilen Brennstoffen.

 

Gerade dies sind aber auch die Nachteile der Dose. Sie muss eingeschmolzen werden, damit aus ihr wieder eine neue Dose werden kann. Aber auch für die Mehrwegflasche benötigt man Energie und Chemikalien zur Reinigung und Desinfektion. Die Mehrwegflasche weist daher nur bei kurzen Entfernungen zwischen Verbraucher und Brauerei einen Vorteil bezüglich der Umwelt auf.

Auswirkungen im Arbeitsmarkt

Es wird sich nicht viel ändern. Kleine lokale Brauereien profitieren von Mehrweg und können expandieren. Grosse überregionale Abfüller werden Tausende entlassen. Einige Dosenhersteller müssen schliessen. Die neuen Arbeitslosen könnten aber wieder Arbeit als LKW-Fahrer finden, da ja jetzt viel mehr Transporte benötigt werden. Es wird auch einige Arbeitsplätze im Handel geben, da das Dosenpfand zusätzliche Arbeit macht.

Praxisfremd

In der eigenen Wohnung ist Mehrweg eine vernünftige Lösung. Unterwegs gelten andere Gesetze. Ob Loveparade oder Karneval, Picknick oder Stadtbummel - leere Flaschen oder Dosen werden weggeworfen. Es ist völlig weltfremd, wenn man etwas anderes erwarten würde. Der Verbraucher ist lernfähig und nimmt jetzt Mehrwegprodukte, da er hier nur 7 Cent beim Wegwerfen verliert. Das Ergebnis sieht man auf den Strassen. Es gibt wieder viele Scherben. Die Kosten für die Strassenreinigung steigen.

 

Ebenso praxisfremd war die Annahme, dass die Industrie ein Rücknahmesystem einführt. Aus dem Gesetzestext war doch schon frühzeitig ablesbar, dass man durch die Bequemlichkeit der Verbraucher Milliarden zusätzlich verdienen könnte. Ein Rücknahmesystem kostet dagegen Milliarden und verhindert die Zusatzgewinne aus dem Pfand. Hier hat eindeutig die Politik versagt.

 

Gerade in einem zusammenwachsenden Europa sollten derartige Gesetze gemeinsam beschlossen werden. Jetzt fahren Deutsche Verbraucher in die Nachbarländer und kaufen für 25 Cent pro Dose Bier. In Deutschland hätten sie das alleine für das Pfand ausgegeben. Da unsere Nachbarn auch beim Benzin viel günstiger sind, pilgern Karavanen zum Einkaufen und Tanken in die Nachbarländer.

 

Klaus D. Minhardt


Das Dosenpfand wird zum Eigentor

Das Dosenpfand wird zum Eigentor

Dosen ohne Pfand verkauft

Wie Plusminus herausgefunden hat, werden wegen des Dosenpfandes jährlich dreistellige Millionbeträge an Steuern hinterzogen. Da viele Getränkemärkte und Kioske auf den Verkauf importierter Dosen aus den Nachbarländern umgeschwenkt seien, ergäbe sich notwendigerweise auch die Steuerhinterziehung beim Gewinn.

 

Würden die Dosen ordnungsgemäß importiert, so müßte der erste Händler Dosenpfand aufschlagen und auch in den Büchern vermerken. Dadurch wäre die ganze Aktion nutzlos. Als Ergebnis wird die gesamte Importware an der Steuer vorbei verkauft. Die Testkäufe von plusminus verstärken diesen Eindruck.

 

plusminus - Dosen ohne Pfand


Milliongeschäfte mit Dosenpfand

Die russische Mafia und andere Unternehmen der kreativen Geldbeschaffungsbranche haben das Dosenpfand als neuen Geschäftsbereich entdeckt.

 

Aus Kroatien, Polen und Italien sind Fälschungen von Flaschen und Dosen in mehreren Bundesländern aufgetaucht. Für rund 2 Cent lassen diese Gauner Kopien von deutschen Dosen herstellen. Diese werden im Einzelhandel zurückgegeben. Die Arbeit wird von Kindern zwischen 8 und 14 Jahren erledigt, welche die Gauner vorher auf der Strasse angesprochen hatten.

 

Jedes Kind bringt 18-24 Dosen zurück und darf dann 50 Cent behalten. Bei rund 50 Cent Kosten für die Dosen und deren Transport verbleibt eine satte Gewinnspanne. Pro Tag und Fahrzeug werden über 1000 € erwirtschaftet.

 

So schafft unser Staat neue Jobs!

 

Klaus D. Minhardt



Letzte Änderung:  19:34 21/07 2005

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